Kann AI ein Künstler sein?

spätestens seit mit dem NFT Boom in 2020 auch computergenerierte Digitalkunst online verkauft wird, stellt sich die Frage, ob künstliche Intelligenzen in der Lage sind – oder sein werden – Kunst zu produzieren.

Was ist Kunst

In einem Satz ist Kunst eine Sprache.

Kunst dient der Kommunikation – von Bedeutung, von Emotion, von Ästhetik…

Da Kommunikation nun aber ein zweiseitiger Prozess ist, stellt sich die Frage:

Ist es nur Kunst wenn der Künstler die Bedeutung bewusst inszeniert und intendiert hat?

Oder ist es für den Kunstbegriff ausreichend, wenn durch ein Kunstwerk eine Bedeutung bei dem Empfänger der Kunst induziert wird?

Im ersten Fall ist Kunst quasi „überprüfbar“: man kann auf Empfängerseite prüfen ob die Intendierte Bedeutung auch tatsächlich angekommen ist.

Im zweiten Fall ist Kunst Empfänger-intuitiv: Der Künstler spielt bedeutungsagnostisch mit Motiven, kombiniert und orchestriert sie und diese rufen dann beim Empfänger die Assoziation einer Bedeutung wach – oder eben auch nicht.

Wir werden auf diese Unterscheidung zurückkommen. Schauen wir uns jetzt jedoch erst an:

Was ist AI

auch hier tut man sich mit einer exakten Definition schwer.

Die Tatsache, dass es keine überzeugende Definition von Intelligenz gibt macht die Definition von künstlicher Intelligenz ebenso fragwürdig.

Aber wir können uns dem Begriff nähern:

Intelligenz ist etwas, das wir mit den kognitiven Fähigkeiten von höheren Lebewesen – speziell dem Menschen – verbinden.

Und diese kognitiven Fähigkeiten scheinen quasi automatisch aus hinreichend komplexen neuronalen Strukturen – den Gehirnen – zu emergieren.

Die Entwicklung von KI kann als Versuch beschrieben werden, digitale Strukturen in Form von Software nachzubilden, die den biologischen Strukturen in Gehirnen von Lebewesen ähneln – in der Hoffnung dass diese Strukturen dann ähnliche kognitive Fähigkeiten entwickeln.

Nun ist die Frage: wie erfahren wir ob oder wann dieser Versuch erfolgreich war?

Auch dies geht nur über Kommunikation:

Aber auch hier stellt sich die Frage – ganz ähnlich wie bei dem Versuch der Definition von Kunst:

Ist es notwendig, dass eine potentielle KI kognitive Fähigkeiten besitzt oder ist es hinreichend, dass sie kognitive Fähigkeiten präzise simulieren kann – ohne jedes Gefühl von Semantik, Sinn und Bedeutung.

Ist ein perfekter Intelligenz-Simulator bereits eine KI oder ist für eine KI zwingend eine Form von Selbstbewusstsein, ein Verständnis von Innenwelt und Außenwelt und vielleicht auch Empathie notwendig?

KI und Kunst – Zwei Dinge die selbe Frage

In beiden Fällen – für KI genauso wie für Kunst – ist die Frage:

Ist es notwendig, das Kunst oder Intelligenz beim Sender stattfindet? Oder ist es hinreichend, dass Kunst oder Intelligenz beim Empfänger wahrgenommen wird?

Kann AI Kunst?

Aus dem oben Gesagten geht hervor:

Wenn wir von dem empfänger-intuitiven Kunstbegriff ausgehen, ist für die Erstellung von Kunst Intelligenz nicht notwendig – weder biologische noch künstliche. Es genügt, dass der Empfänger eine Bedeutung assoziiert – selbst wenn sie aus kognitiver Leere heraus erschaffen wurde.

Gehen wir von einem Kunstbegriff aus, bei dem der Künstler sein Werk bewusst gemäß einer intendierten Bedeutung orchestriert, dann muss eine AI auch im tiefsten Sinne „verstehen“, um Künstler sein zu können.

Wo stehen wir heute

Künstlicher Intelligenz fehlt es heute noch an der kognitiven Tiefe, um Kunst mit einer Bedeutung zu versehen.

Jedoch besitzt künstliche Intelligenz schon heute die technische Komplexität um Kunst zu erschaffen, die im Auge des Betrachters etwas auslöst.

Also künstliche Intelligenz kann schon heute die oben genannte Empfänger-intuitive Kunst erschaffen.

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